Intermittierendes Fasten

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Das Inhaltsverzeichnis wird auf Seite 4 des Beitrags „Intermittierendes Fasten“ fortgesetzt.

Ist intermittierendes Fasten gesund?

Hippokrates, der berühmteste Arzt im Altertum, erwähnte das Fasten schon im 5. Jahrhundert v. Chr. mit den überlieferten Worten:

„Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung […] und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“

An den nach ihm benannten Eid des Hippokrates fühlt sich noch heute jeder gute Mediziner gebunden.

Sumerische Tontafeln aus dem Jahre 2200 v. Chr. empfahlen Fasten als Heilmethode bei Erkältung und Magenbeschwerden. In China wurde das Fasten im 3. Jahrtausend vor Chr. als Prophylaxe für Krankheiten erwähnt.

Intermittierendes Fasten ist in Bibel, Thora und Koran verankert. Aber ist Intervallfasten gesund, nur weil nahezu alle Religionen das Fasten lehren?

Studien zum intermittierenden Fasten

Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die Wirkungen von intermittierendem Fasten oder Intervallfasten auf die Gesundheit? Fassen wir die globale Studienlage kurz zusammen:

Intermittierendes Fasten senkt Blutzucker- und Insulinspiegel

Blutzuckerschwankungen verursachen nicht nur Heißhungerattacken, hohe Blutzuckerwerte stehen auch mit einer Vielzahl von Krankheiten in Zusammenhang, darunter, chronische Entzündungen, das Metabolische Syndrom, Insulinresistenz, Leptinresistenz, Diabetes, Hormonstörungen, Depressionen, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.

Studien zeigen, dass intermittierendes Fasten den Blutzucker- und Insulinspiegel senken und die gefährliche Insulinresistenz (Diabetes II Vorstufe) deutlich verbessern kann. Folgeerkrankungen werden seltener oder bleiben ganz aus.

Intermittierendes Fasten senkt Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine gefährliche Vorstufe von Herzinfarkt und Schlaganfall. Herz-Kreislauferkrankungen gehören zusammen mit Krebs zu den häufigsten Todesursachen.

Intermittierendes Fasten kann Studien zufolge dazu beitragen, Bluthochdruck deutlich zu senken, insbesondere wenn man die unten aufgeführten 9 Regeln zum intermediären Fasten einhält.

Intermittierendes Fasten normalisiert Cholesterinwerte

Bei den meisten Menschen sind die Cholesterinwerte aus dem Gleichgewicht geraten. Solche Fettstoffwechselstörungen gehen meist mit Bluthochdruck, hohen Blutzucker- und erhöhten Insulinwerten einher.

Typische Ursachen für problematische Cholesterinwerte sind ungesunde Ernährung, Vitaminmangel, Mineralstoffmangel, Bewegungsmangel, Schlafmangel, Dauerstress, Schadstoffe, ein Mangel an Lebensfreude und ein falscher Essrhythmus.




Intermittierendes Fasten kann die Blutfette wieder in ihr natürliches Gleichgewicht bringen: Intervallfasten kann hohe ungesunde LDL-Cholesterinwerte senken und die gesunden HDL-Cholesterinwerte verbessern (Merkhilfe HDL: Hab Dich lieb). Das belegen zahlreiche Studien.

Intermittierendes Fasten gegen Nervenkrankheiten

Zu den Nervenkrankheiten (neurodegenerative Erkrankungen) gehören Alzheimer, Parkinson, Schizophrenie, Epilepsie und Demenz.

Intermittierendes Fasten scheint die Entstehung dieser Krankheiten zu verhindern oder deutlich zu verlangsamen. Studien zeigen, dass intermittierendes Fasten die Bildung von neuroprotektiven (Nerven schützende) Stoffen begünstigt. Dazu gehören Ketonkörper und der Wachstumsfaktor BDNF (von engl.: „Brain-derived neurotrophic factor“; dt. etwa: „Vom Gehirn stammender, das Nervenwachstum fördernder Faktor“).

  • Von Ketonkörpern weiß man, dass sie das Gehirn vor aggressiven Radikalen schützen, die in den Mitochondrien (Energiekraftwerke der Zellen) entstehen, und so die Zerstörung oder Degeneration von Nervenzellen verhindern können. Intermittierendes Fasten vervielfacht die Konzentration von Ketonkörpern im gesamten Nervensystem.
  • BDNF fördert die neuronale Pastizität. BDNF schützt die Nervenzellen vor oxidativem Stress, fördert das Wachstum neuer Nervenzellen und deren synaptische Vernetzung und regeneriert alte Nervenzellen. So wurde bei Alzheimer-und Schizophrenie-Patienten ein BDNF-Mangel im Gehirn nachgewiesen.

Intermittierendes Fasten steigert kognitive Fähigkeiten und Stresstoleranz

Die kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis, Lernfähigkeit und Kreativität und damit auch die Intelligenz können durch intermittierendes Fasten gesteigert werden.

Oxidativer Stress im Gehirn beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten wie Lernen, Gedächtnis und Stresstoleranz. Intermittierendes Fasten reduziert durch die verstärkte Bildung von BDNF und Ketonkörpern den oxidativen Stress in den Gehirnzellen, verhindert die vorzeitige Alterung des Gehirns und verbessert die Hirnfunktionen, insbesondere das Langzeitgedächtnis, aber auch andere Hirnstrukturen und allgemeine Stresstoleranz.

Intermittierendes Fasten erzeugt Euphorie

Intervallfasten kann über eine Steigerung der Produktion des Signalproteins BDNF auch den Serotoninstoffwechsel beeinflussen. Serotonin ist als Glückshormon bekannt. Intermittierendes Fasten verstärkt die Serotoninausschüttung und kann so Angst, Hunger, Aggressivität und Kummer dämpfen und ein Gefühl innerer Gelassenheit, Glück und Euphorie auslösen.

Aus diesem Grund sollten Magersüchtige nicht fasten und alle anderen darauf achten, intermittierendes Fasten nicht zu missbrauchen, um ihre Gesundheit zu gefährden.

Intermittierendes Fasten stärkt Immunsystem

Studien weisen darauf hin, dass intermittierendes Fasten über eine Änderung der Konzentration bestimmter Signalproteine (PKA, IGF-1) inaktive Stammzellen des Immunsystems im Knochenmark (hämatopoetische Stammzellen) in einen aktiven Zustand der Selbsterneuerung überführen kann, so dass beschädigte Immunzellen im Körper durch neue ersetzt werden.

Diesen Effekt kann man sich in der Krebsbehandlung zunutze machen: Drei Tage Fasten vor einer Chemotherapie oder Bestrahlung kann Krebspatienten vor den toxischen Wirkungen dieser aggressiven Therapieformen schützen oder die Wirksamkeit der Therapie derart verstärken, dass die Strahlendosis oder die Dosis der Chemotherapie gesenkt werden kann.

Intermittierendes Fasten gegen Krebs

Zwei gemeinsame Nenner vieler Krebsarten sind Erbgutschädigungen (DNA-Schäden) und veränderte Mitochondrien (Zellkraftwerke). Und genau da setzt intermittierendes Fasten an:

  • DNA-Schäden werden durch aggressive Radikale verursacht, die (1.) nicht durch zelleigene Antioxidantien neutralisiert werden konnten und die (2.) die zelleigenen Reparaturmechanismen derart geschädigt haben, dass die DNA-Schäden nicht mehr repariert werden konnten. Intermittierendes Fasten verringert die Bildung von Radikalen und fördert die Bildung der zellinternen Antioxidantien. Die Krebsentstehung wird blockiert.
  • Mitochondrien von Krebszellen sind nicht in der Lage, ohne Glucose genügend Energie zu erzeugen. Intermittierendes Fasten kann den Blutzuckerspiegel und den Insulinspiegel derart senken, dass nur noch glukoseabhängige Zellen wie die Nervenzellen Glucose aufnehmen können. Wenn Krebszellen keine Glucose mehr aufnehmen können, hören sie auf zu wachsen, verhungern oder sind leichtere Beute für das Immunsystem.

In Tierversuchen zeigte intermittierendes Fasten bei unterschiedlichen Tumorarten, darunter auch Brustkrebs, eine ähnliche Wirksamkeit wie Chemotherapie und Strahlentherapie. Die Wirksamkeit von Chemo- und Strahlentherapie kann durch intermittierendes Fasten deutlich erhöht werden, weil intermittierendes Fasten Krebszellen schwächt, die Heilung geschädigter Zellen beschleunigt und zu einer deutlich schnelleren Regeneration der Blutzellen und des geschwächten Immunsystems führt.

Intermittierendes Fasten verlängert das Leben und verhindert vorzeitige Alterung

Die Verlängerung des Lebens durch intermittierendes Fasten ergibt sich schon allein daraus, dass die oben genannten Risikofaktoren für die häufigsten Todesursachen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs durch intermediäres Fasten deutlich reduziert werden.

Daneben gibt es folgende Einflussfaktoren:

  • Intervallfasten verhindert die vorzeitige Alterung durch die verringerte Entstehung aggressiver Radikale, die höhere Verfügbarkeit zellulärer Antioxidantien und den Schutz der zelleigenen Reparaturvorgänge.
  • Vorzeitige Alterung scheint mit einem BDNF-Mangel in Verbindung zu stehen, der durch intermittierendes Fasten beseitigt wird.
  • Teilzeitfasten begünstigt die Autophagie, ein Stoffwechselprozess, dessen Aufklärung im Jahre 2016 mit dem Nobelpreis für Medizin bedacht wurde. Durch Autophagie werden schadhafte Zellbestandteile (fehlgefaltete Proteine bis hinzu ganzen Zellorganellen) durch zelluläre Selbstverdauung entsorgt.
    Intermediäres Fasten steigert die Autophagie. Dadurch können sich alle Organe des Körpers viel besser regenerieren. Folge der Autophagie ist eine Verjüngung des Körpers und ein verzögerter Alterungsprozess.
  • Aus Tierexperimenten weiß man, dass die Lebensdauer durch Kalorienrestriktion und intermittierendes Fasten um bis zu 56% verlängert werden kann, auch wenn die zugrunde liegenden Mechanismen noch nicht vollständig geklärt sind.

Intermittierendes Fasten in Verbindung mit den unten genannten Fastenregeln dürfte eine der effektivsten Anti-Aging Strategien sein.

Stoffwechsel anregen mit intermittierendem Fasten

Durch intermittierendes Fasten wechselt der Stoffwechsel regelmäßig zwischen Anabolismus (Aufbaustoffwechsel) und Katabolismus (Abbaustoffwechsel).

  • Der Aufbaustoffwechsel findet überwiegend während der Nahrungsaufnahme und der Verdauung statt. In dieser Zeit bezieht der Körper seine Energie aus den aufgenommenen Nährstoffen. Überschüssige Kalorien werden als Bauchfett, Hüftgold und anderen Fettpolstern gespeichert.
  • Ist die Nahrung nach 3-8 Stunden verdaut, muss der Stoffwechsel seine Energie aus körpereigenen Energiedepots erzeugen und die Fettverbrennung beschleunigen. In dieser postabsorptiven Stoffwechselphase können sich die Verdauungsorgane regenerieren. Alte und beschädigte Körperzellen und Zellstrukturen werden abgebaut und erneuert. Bauchfett und Hüftgold werden verbrannt. Giftstoffe werden ausgeschieden. Das Immunsystem wird gestärkt, die Infektanfälligkeit verringert.

Bei der heute üblichen Ernährung sind die Regenerationsphasen aufgrund der nahezu permanenten Nahrungszufuhr viel zu kurz und zu selten, während der Grad der Degeneration des Körpers durch Stress, Umweltgifte, Schadstoffe, Allergene, Elektrostress, Schlafmangel oder Ein- und Durchschlafstörungen immer mehr zunimmt.

Intervallfasten ist ein hoch effektiver Stoffwechselbooster, der das Verhältnis zwischen Körperfett und fettfreier Körpermasse schnell wieder in sein natürliches Gleichgewicht bringen kann und die Stoffwechselgifte und beschädigten Zellbestandteile entfernt, die den Stoffwechsel verlangsamen und zu Stoffwechselstörungen und zahlreichen Stoffwechselkrankheiten führen.

Wer seinen Stoffwechsel anregen, die Fettverbrennung ankurbeln, seinen Körper entgiften und verjüngen will, sollte intermittierendes Fasten in Verbindung mit gesunder Ernährung und Sport oder zumindest viel Bewegung in Betracht ziehen.

Entdecke auf der letzten Seite des Beitrags zum Interverallfasten, welche Auswirkungen intermittierendes Fasten und Sport auf Stoffwechsel und Gesundheit haben, welche Regeln beim Intervallfasten zu beachten sind, welche Erfahrungen intermittierendes Fasten von Experten und Anwendern dokumentiert sind und welche Risiken und Nebenwirkungen Teilzeitfasten hat.



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